Bergsommer in Nauders - ja natürlich!

Von leichten Tal- oder entspannten Bergwanderungen bis hin zu anspruchsvollen Trekkingausflügen oder hochalpinen Extremtouren… und zum Ausruhen eine urige Einkehr auf unseren traditionellen Hütten und Almen. Es ist für jeden der passende Trail dabei. Die eindrucksvolle Wanderlandschaft von Nauders am Reschenpass hat es auf jeden Fall in sich. Bei uns werden in den Bergen Grenzen überschritten, wortwörtlich. Wir haben euch ein paar Wandersteige ausgesucht, damit ihr jetzt schon von den grenzenlosen Routen träumen könnt.

Wandersteig Kaiserschützenweg

Der absolut neue, revitalisierte Kaiserschützenweg bietet ein großes Naturerlebnis, kombiniert mit Relikten aus der Vergangenheit. Informative Schautafeln erzählen spannende Geschichten entlang des mittelschweren Bergwegs. Erfahre mehr über den Alpenübergang des Reschenpasses, der im ersten Weltkrieg eine große Rolle spielte. Interessant sind die begehbaren, erhaltenen Felskavernen hoch über Nauders – die stillen Zeitzeugen der Geschehnisse vor gut 100 Jahren. Aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie ist die historische Festung Nauders eine der einzigen, noch vollständig erhaltenen Befestigungsanlagen. Die Festung und die Kaiserschützengedächtnisstätte sind Start- und Zielpunkt des Kaiserschützenweges.

Du kannst den Kaiserschützenweg über zwei Rundwanderungen kennenlernen:

Variante Festung

Über den Wanderweg Nr. 13 kommst du zum Einstieg des Kaiserschützenweges. Der Weg führt dich durch den Wald zu den Sellesköpfen. Entlang an den verfallenen Stellungen und begehbaren Felskavernen entdeckst du am Rundwanderweg zahlreiche Ausblickmöglichkeiten nach Altfinstermünz, Bergkastel oder zum Hohen Turm. Angekommen bei der Zettler Alm wanderst du weiter über den Wanderweg Nr. 2 in Richtung Schöpfwarte, und über die Norbertshöhe zurück ins Dorf.

Variante Zettler Alm

Du startest im Zentrum von Nauders und begibst dich auf den Wanderweg Nr. 1 Richtung Norbertshöhe. Weiter geht’s am Wanderweg Nr. 2 zur Zettler Alm, die im zweiten Weltkrieg erbaut wurde. Dies ist die umgekehrte Variante des Rundwanderweges. Vorbei an den alten Wehranlagen, den verfallenen Stellungen und erhaltenen Felskavernen wanderst du zum Altfinstermünzblick. Zurück ins Dorf findest du über den Wanderweg Nr. 2.

Edelweißsteig

Im Zeichen der schönsten Blume der Alpen. Der Wanderpfad führt durch mit Edelweiß gesäumten Almwiesen, und zieht die Blicke auf die wohl bekannteste Blume unserer Region. Geübte Bergsteiger finden den Zugang der Edelweißwiesen über Parditsch in Richtung Bazahler Kopf oder über Labaun in Richtung Fluchtwand. Der schwarz markierte Steig erfordert festes Schuhwerk und eine gute Ausrüstung – lasst jedoch unsere schönen Blumen weiterblühen, da sie unter Naturschutz stehen.

Zusätzlich lockt der Wanderweg nicht nur die Blicke auf die Edelweiße, sondern zeigt auch ein atemberaubendes Drei-Länder-Panorama, vom Schweizer Engadin über deinen Standort bis ins Vinschgau zum beeindruckenden Ortler (3.905m). Auch für das leibliche Wohl ist bei einer Wanderung über den neuen Nauderer Edelweißsteig bestens gesorgt: Die Jausenstation Parditschhof und die Labaunalm bieten gemütliche Einkehrmöglichkeiten sowie Stärkung für hungrige Bergsteiger.

Altfinstermünz – die Bergwanderung von Pfunds nach Nauders

Altfinstermünz, die Grenze zwischen Tirol und Graubünden, ist allerdings von verschiedenen Seiten zu errreichen, ein Weg führt vom Unterengadin ins Obere Gericht, ein zweiter Weg führte schon zur Römerzeit nach Altfinstermünz, die Via Claudia Augusta.

Der Start des Wanderweges entlang der Via Claudia Augusta beginnt in Pfunds, dem Nachbarort von Nauders. Vorbei am Minifundus (kleine Nachbauten von traditionellen Häusern aus Pfunds) verläuft ein relativ ebener Wandersteig entlang des Flusses Inn am Waldrand bis nach Altfinstermünz. Die Etappe verläuft vorbei an verfallenen Häusern in Schalkl – einem Ortsteil von Pfunds. Kurz nach Schalkl überquerst du schon die alte, bekannte Brücke der Festung Altfinstermünz. Nach der alten Festung geht es weiter bis nach Nauders zu Hochfinstermünz.

Kleiner geschichtlicher Auszug:
Anfangs, vom 9. bis 11. Jh. war Altfinstermünz die Gerichtsstätte für die Regionen Unterengadin, Nauders und Pfunds. Das Wort Finstermünz kommt übrigens vom indogermanischen „mintsja“ was übersetzt: bedrohlich emporragender Fels heißt. Ab dem 13. Jh. wurde Maut und Zoll eingehoben. Die Kapelle „Mariä Himmelfahrt“, die rechts von der Festung steht, wurde bereits 1605 erbaut.

Ende 17. Jh. verlagerte man das Zollamt nach Martinsbruck in Pfunds und Altfinstermünz wurde zum Gasthaus und zur Bierbrauerei. 1799 fanden heftige Kämpfe in den Koalitionskriegen statt. Ab 1856 wurde Finstermünz wegen der Vollendung der neuen Straße von der Kajetansbrücke nach Nauders relativ bedeutungslos – danach war Altfinstermünz nur noch ein landwirtschaftlicher Betrieb.

Das niederschlagsarme Oberinntal punktet mit nahezu mediterranem Charakter. Die mit Brücken und Tunneln in die Felswand gebaute Reschenstraße ist ein Highlight für sich. Die Festung Altfinstermünz hatte aufgrund der geografischen Lage schon immer eine besondere Bedeutung in der Region und thront eindrucksvoll über dem Inntal. Auch die Festung Altfinstermünz, sowie die Festung Nauders und das Schloss Naudersberg liegen auf der historischen und vielseitigen Straße „Via Claudia Augusta“ – wie ihr liest, gibt es bei uns einiges altertümliches zu entdecken.